Jüdische Sammlungen prägen Leipzigs Kunstgeschichte im MdbK

Historisches Gebäude mit Uhrturm in Leipzig unter einem klaren, hellblauen Himmel an einem Tag.

Elf jüdische Familien, deren Sammlungen und Verbindungen das Leipziger Kunstleben mitprägten, stehen im Mittelpunkt der Ausstellung „Vier Wände voller Kunst“. Das Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK) zeigt Gemälde, Skulpturen und Arbeiten auf Papier aus ihren Privatsammlungen und zeichnet nach, wie Kunstförderung und Stadtkultur miteinander verwoben waren.

Wann: Der Ausstellungszeitraum ist in den vorliegenden Angaben nicht genannt. Die begleitende Fachtagung findet am 28. und 29. Oktober 2026 statt. Wo: Museum der bildenden Künste Leipzig (MdbK), Leipzig. Eintritt und Buchung: Preis- und Buchungsangaben liegen nicht vor. Die Ausstellung richtet sich an Menschen, die sich für Kunst, Leipziger Stadtgeschichte und jüdische Kultur interessieren.

Elf Sammlungen erzählen vom Leipziger Kunstleben

Die Ausstellung versammelt Werke aus den Sammlungen von Erna und Wilhelm Breslauer, Toni und Hermann Halberstam, Franziska und Max Heilpern, Margarete und Max Hermann Heine, Martha und Henri Hinrichsen, Clara (Cläre) und Gustav Kirstein, Moritz Kraemer, Karl Lilienfeld, Marie und Friedrich Nachod, Laura (Lore) und Carl Sonntag sowie den Brüdern Moritz und Julius Ury. Ihre Biografien sind laut MdbK eng mit der Geschichte des Museums verbunden.

Zu sehen sind Arbeiten des französischen und deutschen Impressionismus, der Klassischen Moderne sowie weiterer Künstlerinnen und Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Sammlungen spiegeln laut Ausstellung eine bürgerliche Kultur ihrer Zeit wider. Die Sammlerinnen und Sammler förderten Kunstschaffende und engagierten sich gemeinsam in Vereinen und Kulturclubs. Freundschaftliche und teils familiäre Beziehungen verbanden sie untereinander und mit Künstlerinnen und Künstlern.

Historische Fotos, Publikationen und Archivalien ergänzen die Kunstwerke. Dadurch geht es nicht nur um die einzelnen Arbeiten, sondern auch um die Menschen, Beziehungen und kulturellen Aktivitäten, durch die die Sammlungen Teil des Leipziger Stadtlebens wurden. Das MdbK hat nach eigenen Angaben mehr als zwei Jahre an der Aufarbeitung des Engagements jüdischer Familien gearbeitet.

Kunstförderung und der Verlust durch die NS-Verfolgung

Das MdbK richtet den Blick auf Kunstrezeption, Kunstmarkt und Kunstpatronage. Die Ausstellung verbindet diese Themen mit der Verfolgung jüdischer Menschen durch den Nationalsozialismus: Nach der Machtübernahme 1933 wurden Mitglieder jüdischer Familien und Menschen, die nach antisemitischen Gesetzen als jüdisch kategorisiert wurden, entrechtet, verfolgt, ausgeraubt, vertrieben und ermordet. Das Museum will so auch den irreversiblen Verlust für das Leipziger Kulturleben sichtbar machen.

Zur historischen Einordnung nennt das MdbK die wachsende jüdische Gemeinde Leipzigs: Sie umfasste 1925 mehr als 13.000 Menschen und war damit die sechstgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands. Die ausgeprägte Sammelkultur und das Mäzenatentum jüdischer Familien unterstützten Künstlerinnen, Künstler und Museen der Stadt.

Fachtagung im Oktober: Programm online

Zur Ausstellung gehört die Fachtagung „Leerstellen. Provenienzforschung als Zugang zu jüdischer Kultur und Museumsgeschichte in Sachsen“. Sie findet am 28. und 29. Oktober 2026 im MdbK statt. Laut Museum ist das Programm auf der Ausstellungsseite einsehbar. Auch ein Bildungsprogramm für Schulen wird dort angekündigt.

Das genaue Ausstellungsdatum sowie Angaben zu Eintritt, Buchung, Öffnungszeiten, Anreise und Barrierefreiheit sind in den vorliegenden Informationen nicht ausgewiesen. Wer einen Besuch plant, kann deshalb zunächst das Tagungsprogramm prüfen und sollte für die Ausstellungsplanung die aktuellen Hinweise des MdbK auf der Ausstellungsseite heranziehen.

Quelle: Museum der bildenden Künste Leipzig – Ausstellungen

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Kulturredaktion

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